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letzte Aktualisierung
28.06.2017

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LT-Schneewittchen

Ultra in Rodgau am 29.01.2011
Bericht von Ulrich Hansmann

 

Das hat man nun davon, wenn man mit einer Ultra-Läuferin zusammen trainiert! Irgendwann spielt man selber mit dem Gedanken, es einfach mal auszuprobieren. Patricia brauchte gar nicht lange, mich für Rodgau zu begeistern. Das Wörtchen *Marathon* habe ich bewusst aus meinem Kopf verdrängt, es hätte mir nämlich Angst gemacht! Nein, es sollte *nur* ein Ultra werden, mehr nicht, basta! Um 5 Uhr früh, am 29.01. klingelte der Wecker, war aber gar nicht nötig, da ich eh nicht schlafen konnte. Ich habe aber so getan, als wäre ich die Ruhe selbst. Ich kramte meine vergangenen Erfahrungen aus früheren Marathons hervor und tabte alle meine empfindlichen Stellen sorgfältig ab. Die Tasche mit Wechselklamotten war schnell gepackt. Jetzt noch in aller Ruhe frühstücken und schon wurde ich von Bernd Zitze und Patricia Marschall abgeholt. Bernd ist auch ein erfahrener Ultraläufer, aber er wollte uns nur choachen. In Rodgau - Dudenhofen angekommen, wurden wir gleich freundlich von Helfern des RLT (Rodgauer Lauftreff) in Empfang genommen und uns wurde ein Parkplatz zugewiesen. Wenige Schritte weiter konnten wir unsere Startunterlagen abholen und in einer großen Turnhalle auf den Start warten. Da wir sehr früh angekommen waren, war noch nicht allzu viel los. Erst allmählich füllte sich die Turnhalle mit Teilnehmern und Helfern und es herrschte eine freundliche Atmosphäre. Draußen war es saukalt als wir zum Start gingen. Ca. 900 Läufer/Innen begaben sich Richtung *Gänsbrüh*. So langsam konnte ich mir eine gewisse Unruhe nicht mehr ausreden und fragte mich, wat machst du eigentlich hier?? Du hast dich doch kaum vorbereitet, geschweige denn lange Läufe trainiert! Man muss wohl erst 54 Jahre alt werden um eine gewisse Stufe der Beklopptheit zu erreichen! Pünktlich um 10 Uhr erfolgte der Start. Ich hatte mich bewusst hinten im Feld eingereiht, weil ich auf keinen Fall zu schnell loslaufen wollte. Nach wenigen Metern lief mir Patricia schon davon. Ich hechelte hinter ihr her und versuchte ihr zu sagen, dass sie viel zu schnell losgelaufen sei. Hat nix genutzt, Meter um Meter wurde der Abstand immer größer. Die Laufstrecke war ein 5 km langer Rundkurs durch ein Naherholungsgebiet, teils durch Wald und Felder. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns Bekloppten und ließ die Sonne vom blauen Himmel scheinen. Also echtes Kaiserwetter! An der Verpflegungsstelle wurde uns alles angeboten, was ein Läuferherz höher schlagen lässt: Wasser, Cola, isotonische Getränke, Tee, Müsliriegel, Kekse, Kuchen usw. Beim Essen fassen habe ich eine Gehpause eingelegt, ich wusste ja noch nicht, ob ich die Distanz überhaupt bewältigen könnte. Die ersten 3 Runden hatte ich in 31 Min. pro Runde absolviert und fühlte mich sehr gut. Die nächsten Runden lief ich in einem 33er Schnitt und die letzten beiden Runden in einem 35er Schnitt. Marathondurchgangszeit 4:40 Std. Ich hörte ständig in mich hinein, ob eventuell eine Schwäche aufkommen würde, oder ein Krampf sich ankündigte, aber nichts von alledem. Ich lief mein Pensum herunter wie ein Uhrwerk. Patricia hatte ich übrigens mittlerweile ein- und überholt. Ich wollte eigentlich in ihrer Nähe bleiben, aber dann hätte ich mein Tempo zu sehr zurückschrauben müssen und hätte meinen Laufrhythmus verloren. Nach 5:36 Std. überquerte ich stolz wie Oskar die Ziellinie. Patricia kam eine halbe Stunde später durchs Ziel, Bernd hatte sie dankenswerterweise auf den letzten 3 Runden begleitet. Alles in allem habe ich den Lauf sehr genossen und habe mir vorgenommen, Wiederholungstäter zu werden.