2015-Medoc 4

letzte Aktualisierung
28.06.2017

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LT-Schneewittchen

Ich wäre so gerne ein Känguru

Am 16.10.2010 startete ich ungeahnt beim Falke Rothaarsteig HalbMarathon. Schon am Abend wurde bei den Wetternachrichten klar, dort im Sauerland könnte es heute noch schneien. Die ganze Nacht hatte es durchgeregnet.

Gestartet wird auf 350 hm, direkt nach 700 m führt die Wettkampfstrecke steil bergauf. Und dann kommt es, „kämpfen“ die Beine noch vorne schwingen, sie werden dir statt dessen schwer. Es wird dir heiß als würdest du in Australien laufen, du wünschst dir hoppelnd kräftig sprunghaft nur noch ein Känguru zu sein. Denn es geht extrem unendlich stetig- als langsame Steigung zu betrachten- auf die „Höhen des Rothaarkamms“. Völlig fertig bist du bei Kilometer 7, dann bekommst du die Chance dich 2 Kilometer auszuruhen und dann geht es wieder hoch bis auf 710 hm. Mit einem Blick nach rechts, denkst du dann du spinnst. Aber du siehst richtig, dann kommen die schnellen Marathonläufer von der Seite auf die Wettkampfstrecke. Man kann sich hier gut beruhigen, denn die haben noch viel mehr zu laufen und du selbst hast die erste Hälfte deines Halbmarathons hinter dir. Ja, und dann könntest du dich freuen. Aber freu dich nicht zu früh! Ich betonte ja schon nicht ahnend am Anfang, dass es ja die ganze Nacht durchgeregnet hat. Zur Erinnerung meinte Sauerland im Süden, es startet nun jetzt auch noch Nieselregen und das nun jetzt bergab, soll bedeuten ab durch die Schlammschlacht. Das Starterfeld vorher hinterließen eine Matschgrube als hätten die alles für den Strongman Run vorbereitet. Meine Mathematik hatte mich auch verlassen, da hätte mir nur noch ein Katze helfen können. Die hochsensiblen Katzen können nämlich mit der guten Fähigkeit mit einem Blick auf die Maus (gut sehen) berechnen (ich betonen im Kopf berechnen) wie weit sie die Sprungkraft in den Beinen umsetzten müssen, um sich eine Maus zu schnappen. Ich glaub ich hab noch nie beobachtet, dass eine Katze daneben gesprungen ist. Ich wäre als Katze verhungert. Denn im Verlauf der bergab Wettkampfstrecke landetet ich mehrmals mit meinen gesamten Rennschuhen prompt in der Pfütze. Und ich kann euch sagen, die können im Sauerland tief und kalt sein. Nach dem ich hier mehrmals meine Erfahrung sammelte, dachte ich aus Fehlern in der Mathematik wird man klug. Bei der nächsten Pfütze, so dachte ich mir, kann ich seitwärts über die Wiese laufen. Ich stattdessen landete noch tiefer in der kältesten Pfütze, die man sich vorstellen kann. Aber, irgendwie macht es auch Spaß. Die Füße abgekühlt, lassen sich schnell wieder durch das schnelle bergablaufen aufwärmen. Denn du hast in Folge, sowieso mit dem Schlamm und den Baumwurzeln und görölligen Steinen damit zu tun, schlitternd runter zu rutschen und es kommen dazu Ängste vor dem Fall hoch. Super Lustig war zwischen drin eine Bekanntschaft, der Läufer mit dem Haskihund. Erkannt wurde ich vom Hund, dazugehörend laufendem Rudel. Mit einem stetigem Blick nach hinten, schnitt er mir zum überholen via Hundeleine den Weg ab. So, kam ich mit der Rennbegleitung kurz ins Gespräch. Ich fragte ob es irgendwann noch mal hochgeht. Meinte der Läufer da kommt gleich extra ein Wendepunkt nur für dich, da schicken wir Dich wieder über die Berge. Wenn der wüsste, dass ich letzte Woche ja bei einem Ohne-Wendepunkt-Lauf mitgemacht habe.

So, und dann kam eine lange Strecke entlang einem Bach. Ab, hier spürte ich dann jeden Stein. Eigentlich geht es hier bergab, ich spürte es nicht.

Marlen Günther eine Stunde vor mir im Ziel zog mich einen halben Kilometer rein, meinte nun beim Crosslauf brauchst du dich nicht mehr anzumelden. Du hast heute bei einem der Salomon Gore-Tex Trailrunning gefinisht und das zu diesen Wetterbedingungen. So, kann es gehen auch im Läuferleben. Du kannst auch Ziele erreichen, die Du Dir noch nicht gesetzt hast. Und du kannst sie einfach so erreichen!

Für 19 € dabei sein und dafür ein Falkeshirt ohne Werbedruck zu erhalten, ist eine Reise wert. Beschenkt wirst Du alle male für pures Naturerlebniss. Und ich hatte noch Glück beim Halbmarathon, denn es hätte schlimmer kommen können. Beim Marathon hat es in den Höhen geschneit!

Gruß Patricia